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Anna Neunsiegel - Schneerosen Märchen

Ein Märchen für Jung und Alt

Haben Sie einen dichten Wald in der Nähe? Dann stellen Sie sich vor, Sie verirren sich darin. Sie wissen gar keinen Ausweg mehr und sind schon kurz davor, aufzugeben und sich vom Rest Ihres Lebens zu verabschieden. Dies passierte dem Knaben Geowulf weit ab von seinem Zuhause. Er ließ sich an einer Quelle nieder und trank daraus. 

Sofort erschien ihm ein kleines altes Männlein und klärte ihn auf, dass er im Zauberwald sei und sich verbotener Weise von einer Zauberquelle, deren Herr das Männlein sei, von der Quelle gelabt hatte. Es gäbe nur eine Lösung, der Herr der Quellen zeige ihm den Weg zurück zu den Menschen, er selbst müsse Gutes tun und - sein erstgeborenes Kind müsse genau an dieser Stelle zur Welt kommen und im Zauberwald verbleiben. Geowulf stimmte rasch zu, hatte er doch zu viel Angst vor diesem Wesen.

Anna Neunsiegel hat sich wieder ein Märchen ausgedacht und auf wundersame Weise erzählt. Sie hat mit der Sprache gespielt, Märchenwesen leben lassen und wir, ob jung, ob alt, sind gefesselt von dieser Geschichte. Sie lässt Märchen- und Fantasy-Gestalten auferstehen und teilnehmen in diesem Roman.

Liebe Anna Neunsiegel, weiter so. Es ist sehr schön, mal so ein ganz anderes Märchen zu lesen.

Sebastian Fitzek - Flugangst 7A

Mehr Angst ging nicht


Sebastian Fitzek hat es auf seine bekannte Weise wieder einmal geschafft, dass ich sein knapp 400 Seiten umfassendes Buch an einem guten Tag ausgelesen habe. Ich habe es verschlungen von der ersten bis zur letzten Seite. Ja, tatsächlich bis zur letzten, denn bei Fitzek lohnt es sich ja auch, die anschließenden Anmerkungen und Danksagungen zu lesen. Sie sind so ganz anders als bei anderen Schriftstellern. Ich kann mir immer so richtig vorstellen, dass er mir gegenüber sitzt und mir das alles erzählt. Er ist ein Autor zum Anfassen. Dafür spricht auch, dass er wieder seine email-Adresse im Buch hinterlassen hat. Und aus eigener Erfahrung kann ich versichern, dass er auch antwortet.

Nun aber zum Buch: Seit am 24.03.2015 die Germanwings-Maschine in Frankreich abgestürzt ist und es keine Überlebenden gab, hat die EU psychologische Tests bzw. Kontrollen für Piloten gefordert. Vor diesem Hintergrund spielt der Roman. 

Mats Krüger ist ein Psychiater, er leidet unter starker Flugangst und hat extra ein Seminar besucht, um diese in den Griff zu bekommen, um seiner Tochter, die ihn nie mehr wieder sehen wollte, nach der Geburt ihres Babies beizustehen. 

Nun ist es ein langer Flug von Argentinien nach Berlin, doch langweilig wird ihm nicht werden. Gleich nach dem Start erhält er einen Anruf. Seine Tochter, die kurz vor der Entbindung steht, wurde entführt. Er soll jetzt einen ehemaligen Patienten, der sich mit ihm an Board befindet und den er von mörderischen Gewaltphantasien befreit hat, wieder in den damaligen Zustand zurückbringen, damit dieser die Maschine mit ihren über 600 Fluggästen zum Absturz bringt. 
Die Polizei darf er natürlich nicht einweihen, das heißt, es gibt wohl keine Möglichkeit, nach seiner Tochter zu suchen. Er versucht als erstes, den ehemaligen Patienten ausfindig zu machen. Gleichzeitig ruft er eine ehemalige Freundin an und informiert sie. Er weiß nicht ob und wie sie ihm helfen könnte, zumal es ihr Hochzeitstag ist. Mats ist so hilflos und wir Leser müssen miterleben, was sich in der Zeit in Deutschland abspielt. 

Sebastian Fitzek hat es geschafft, einen Psychothriller der Extraklasse zu schreiben. Ich kann ihn allen empfehlen, die Spannung pur erleben möchten. Das Buch mag einige Themen zu viel angesprochen haben, was die Spannung keineswegs mindert. Der Roman ist und bleibt schlüssig.

Adriana Popescu - Schöne Grüße vom Mond

Ein fröhliches Cover, das die See zeigt, hier wohl die Ostsee, ausgelassene Menschen - das fordert dazu auf, die kleine, nur 26 Seiten umfassende Geschichte zu lesen.

Die 16-jährigen Fritzi und Isa chillen bei Fritzi zuhause und planen ihren ersten gemeinsamen Urlaub ohne Eltern. Das ist auch dringend notwendig, sind Fritzis Eltern doch nicht zu überhören.

Die beiden Mädchen sind beste Freundinnen und unzertrennlich. Fritzi kann sich ein Leben ohne Isa nicht vorstellen. Der Urlaub wird das größte überhaupt werden. Doch das Leben hat es anders vorgesehen.

Adriana Popescu hat eine wunderbare Art, für junge Menschen zu schreiben.  Ihr Stil bringt ihr bestimmt viele Fans. "Schönen Gruß vom Mond" ist eine exklusive Zusatz-Geschichte, als Prequel für den Roman "Mein Sommer auf dem Mond" geschrieben. Dieser Jugendroman handelt von der wunderbaren Freundschaft der beiden Mädchen Isa und Fritzi.

Sobald ich wieder ein Jugendbuch zu verschenken habe, weiß ich, von wem es sein wird. "Schöne Grüße vom Mond" und "Mein Sommer auf dem Mond" ist für junge Menschen ab 14 Jahren.

Katie Marsh - Die Liebe ist ein schlechter Verlierer

Ernste Thematik in lockerem Ton 


Das Cover ist heiter, ich erkenne eine Sonne am gebrochenen blauen Himmel. Und genauso ist es ja auch im Leben, es gibt nicht nur Sonnenschein und blauen Himmel.

Hannah und Tom haben sich aneinander herangetastet und sich ineinander verliebt. Aus dem Verliebtsein wurde eine echte tiefe Liebe. Hannah wurde Lehrerin und Tom Anwalt. Aber das normale Leben mit seinen Verrücktheiten haben sie erst einmal nicht verlernt. Bis sie es verlernten, miteinander offen zu reden, wie sie es immer getan haben. Tom arbeitete viel, oft bis tief in die Nacht und hatte keine Zeit mehr für seine Han, von der er sich vernachlässigt fühlte. Er wurde ungeduldig und unfair ihr gegenüber. Sie konnte ihm nichts mehr recht machen.

Hannah hatte Probleme mit ihrer Arbeit, aber ihr Freund und Ehepartner, mit dem sie immer über alles reden konnte, war nie da, und wenn, dann war er ungerecht und wütend. Sie hatte es satt und eines stand fest: So würde sie nicht weiter machen. Sie würde sich heute noch  von ihm trennen, zu ihrer Freundin ziehen und sie wußte auch schon, wo sie ab Sommer des Jahres sein würde.

Doch das Leben hat etwas anderes vor. Tom bekam nur 32-jährig einen Schlaganfall. Nun mag es ja Menschen geben, denen so etwas egal ist, aber Hannah war es nicht egal und sie stand ihm bei. Bekamen sie noch einmal eine Chance? War nicht doch schon zuviel verstört? 

Katie Marsh hat sich ein schweres Thema vorgenommen, Schlaganfall in der Partnerschaft. Sie schafft es, dass wir uns wie die  Protagonisten fühlen. Sie zeigt uns ebenso auf, wie wichtig es ist, in einer Partnerschaft früh genug zu sagen: Stopp, jetzt müssen wir reden. Nicht später, nicht morgen. In der Partnerschaft stehen Gefühle füreinander an erster Stelle, dann schafft man alles andere auch. 

Die Aufteilung des Buches in Abschnitte, die in der Gegenwart spielen und in Monats- und/oder Jahresangaben für die frühere Vergangenheit, finde ich toll. Allerdings hab ich mich später gefragt, ob nicht die Monats/Jahresangaben sich nicht auch auf einen bestimmten "Nachlass" beziehen. Dazu verrate ich aber nichts.

Die Autorin führt eine beschwingte Feder und man kann das Buch in einem durch lesen, weil man wissen möchte, wie es weitergeht. 

Dies ist der Debütroman von Katie Marsh, die früher im Gesundheitswesen arbeitete und daher einiges über Schlaganfallpatienten weiß. Von ihr selbst könnte ich mir vorstellen, dass sie ähnlich verrückt ist wie Hannah und Tom, denn sonst kann einem sowas kaum einfallen. Diese Beurteilung soll keinesfalls anmaßend sein.

Übersetzt aus dem Englischen von Angelika Naujokat. Das Buch erschien als Taschenbuchausgabe im Februar 2018 in der Verlagsgruppe Random House (Diana Verlag).

ISBN 978-3-453-35902-4


Anne Enright - Das Familientreffen

Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht


Veronicas Lieblingsbruder Liam, der das schwarze Schaf der Familie war, ist tot; er hat sich im Meer ertränkt. Sie waren zwei von 12 Kindern, bei jeder Niederkunft verbrachten sie mehrere Wochen bei ihrer Großmutter. 

Veronika übernimmt die Identifizierung und alle notwendigen behördlichen Gänge, sucht den Sarg aus und sorgt für die Überführung. Sie informiert ihre Mutter (die sich ihren Namen nie gemerkt hat) und ihre Geschwister. Und während all dieser Zeit und der Monate nach der Beerdigung versucht sie zu ergründen, weshalb es so weit kommen musste. 

Sie erinnert sich den Sommer, als sie acht oder neun war. Sie waren gerne bei den Großeltern, doch es ist ihr erinnerlich, dass es wahrscheinlich dort zu Vorkommnissen kam, aus denen sie folgern kann, weshalb sie und ihre Geschwister nicht so sind wie andere. Nebenbei hat sie auch noch ihre eigene Familie, zwei Kinder und ihren Mann Tom, ich frage mich, ob ihre ehelichen Probleme nicht auch daher rühren. Ein anderer Leser mag das anders beurteilen.

Anne Enright hat ein ganz heißes Eisen angefasst und schreibt über eine total verkorkste irische Großfamlie, die wohl alles durchmachen musste. Der Roman beginnt leise, doch im Weiterlesen beginnt man, sich zu fragen, wo das wohl hinführt. Eine ganz große Autorin hat sich hier die Ehre gegeben. 

Übersetzt hat das Buch Hans-Christian Oeser, es erschien bei PENGUIN VERLAG

Gerd Frey - Transition - Evolution 2.0

Ein Muss für jeden Science Fiction - Liebhaber

Oliver Murray ist zusammen mit seiner Frau Kira und anderen Kolonisten unterwegs zu einem Planeten, auf dem Menschen überleben können. Er wird etwas unsanft aus seiner Sprung-Schlaf-Phase gewckt und muss feststellen, dass offensichtlich niemand mehr in dem hochmodernen Raumschiff ist. Vieles ist zerstört worden. Was ist passiert? Er macht sich auf den Weg zu Oz, der Avatarwelt; von jedem Besatzungsmitglied gibt es einen Avatar, hier findet er natürlich auch den Avatar seiner geliebten Kira. Er befragt sie, was sie ihm über die Vorgänge mitteilen kann. Natürlich befragt er auch andere Avatare.

Ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die Suche nach der Ursache der Zerstörungen zu machen und stellt fest, dass das hochmoderne Raumschiff mit einem fremden Raumschiff verbunden ist, das nicht von Menschen geführt wurde.

Oft erlebt er Stunden, in denen er nicht weiß, ob alles Traum oder Wirklichkeit ist.

Dieser Roman handelt nicht nur von einem einsamen zurückgebliebenen Menschen, denn er findet doch noch jemanden. Gemeinsam begeben sie sich auf die Flucht in die Ungewissheit. 

Der Roman ist ein Muss für jeden Science Fiction - Liebhaber, zumal er ein Ende vorsieht, mit dem niemand rechnen kann.

Claudia Starke - Jagd

Mysterythriller, der unter die Haut geht

Eine mumifizierte Leiche lässt einen Pathologen im Ruhrgebiet über Jahre nicht zur Ruhe kommen, denn die weibliche Leiche war schwanger. Also war sie nicht so alt, wie sie aussah. 

Es tauchen Jahre später noch mehr dieser Fälle auf, überwiegend Frauen. Blutleer, wie mumifiziert, von außen uralt aussehend, doch sie haben junge Organe. 


Es gibt auch schon einen undercover arbeitenden Jäger, ob dieser den Täter fasst? Außerdem fühlt eine junge Frau die Gefühle des Täters. Mehrere Menschen haben unterschiedliche Motive, aber nicht alle sind ehrlich. 

Claudia Starke reißt uns mit in diesem atemlosen Thriller. Wir fragen uns, was hat der Täter an sich, dass die Frauen sich nicht wehren? 

Was ich verwirrend fand: in jedem Abschnitt geht es von der Schilderung der Handlungen des einen Protagonisten übergangslos zum nächsten. Ein Absatz mit einem Gedankenstrich hätte schon gereicht. Die Autorin hat sich sicher was dabei gedacht, aber von mir gibt es deswegen keine 5 sondern 4 Sterne. 

Die Spannung war einmalig und die Handlung erst recht. 

Claudia Stärke hat das eBook bei neobooks veröffentlicht.

Matt Haig - Wie man die Zeit anhält

Ein Buch, das zum Klassiker werden kann


Das Buch hat ein Cover, das zum Kauf verleitet. Ein Mann liegt in einer Uhr - und er hält sie an? Der Titel unterstreicht den Eindruck: Wie man die Zeit anhält.

Natürlich bekommen wir mit der Geschichte des Tom Hazard keine Lösung, unsere Lebenszeit zu verlangsamen, jedoch bei ihm ist es so. Er sieht aus wie Mitte 40, ist  jedoch schon über 400 Jahre alt. Mit Mitte 40 ist er Geschichtslehrer und kann sehr lebendig Geschichte lehren, kein Wunder, hat er sie doch selbst miterlebt. Er hat schon viel Leid miterlebt und war oft auf der Flucht, Menschen fürchten das Abnorme, insbesondere zu Zeiten der Hexenverfolgung. Aber er hat auch bekannte Größen der Literatur und Musik gekannt ebenso wie Entdecker, eben Geschichte live.

Tom hat auch die große Liebe erlebt und musste miterleben, wie nicht nur diese von ihm ging. Er darf sich nicht mehr verlieben. 
Und er muss alle paar Jahre woandershin, damit nicht auffällt, wie langsam er altert, denn dann drohen ihm Experimente für die Wissenschaft. Wenn er sich jemandem anvertraut, wird er wohl im Irrenhaus enden. Tom wird immer einsamer. - 

Und jetzt läuft er Gefahr, sich erneut zu verlieben. Er hat einfach keine Lust mehr. Er möchte nicht mehr weglaufen.

Wir erleben seine Zeit jetzt als Geschichtslehrer ebenso wie die Vergangenheit ab dem 17. Jahrhundert im Wechsel. Matt Haig hat dadurch den Roman sehr lebendig gehalten. Als ich das Buch nach der letzten Seite zuklappte, hatte ich eine Gänsehaut.

Matt Haig hat ein großes Buch geschrieben, das ich allen ans Herz legen möchte. Es wurde von Sophie Zeitz übersetzt.

Das Buch erscheint im dtv-Verlag, Print-Ausgabe: ISBN 978-3423281676, Preis 20 Euro

Es ist auch als eBook und Hörbuch erhältlich.

Dana Brandt - Die Melodie der Traumweber

Ich war gebannt von dieser fantastischen Geschichte


Dana Brandt hat uns mit "Die Melodie der Traumweber" ein wunderbares Märchen erfunden, das mich sofort gebannt hat.

Eine junge Frau macht sich mit ihrem Bruder auf den Weg, um Nordlichter und andere Seltenheiten zu finden; ein Galerist vermisst einen guten Freund, um den er sich begründet Sorgen macht; ein junges Mädchen ist nur mit seinem Vater anzutreffen. 

Diese Menschen treffen sich während eines furchtbaren Schneesturmes in einem Dorf. Die Geschwister und der Galerist kommen in einer Pension bei einer netten Dame unter. Zur gleichen Zeit kommen drei weitere Leute ins Dorf, die sich bei einem Maler treffen. Ein Teil dieser Menschen geht noch einen heißen Kakao in einem Cafe trinken, bevor es Zeit wird, vor dem starken Schneetreiben wieder zurück in die sicheren vier Wände zu kommen.


Ich möchte nicht einen Satz mehr über den Inhalt dieses Buches schreiben. Dana Brandt hat eine ganz wunderbare Art zu schreiben, mit malerischen Worten bindet sie uns an die Handlung. Und ja, ich habe dieses Buch tatsächlich ganz, ganz langsam gelesen, um ja kein Wort zu verpassen und aus Angst, dass es allzu schnell ausgelesen ist. 
Ich hatte das Gefühl, das Buch wird mir vorgelesen. Und man kann es auch vorlesen, denke ich. Das soll nicht heißen, dass der Inhalt nicht spannend ist, ganz im Gegenteil. 

Ich kann von diesem Buch nur schwärmen und die wunderbare Geschichte wird mich so schnell nicht loslassen! Toll, wenn einem so etwas einfallen kann und man es dann noch zu Papier bringt. Danke Dana Brandt!

Die Umschlagsgestaltung und die Illustrationen stammen von Dana Brandt. Auch klasse! Diese vielseitige Frau würde ich gerne einmal persönlich kennenlernen!

Das Buch erscheint im Weibsbilderverlag als Taschenbuch und als e-book.

Phaedra Patrick - Wie Arthur Pepper sich vor seiner Nachbarin versteckte und am Ende doch sein Herz fand

Mit ganz viel Herz und liebevoll geschrieben


Seit es mehrere Bücher mit sehr langen Titeln gibt, lohnt es sich auch, diese besonders in Augenschein zu nehmen. Der Titel ist in dunkelblau auf hellem Grund geschrieben und darauf sind mehrere Sachen abgebildet.

Arthur Pepper ist 69 Jahre alt und Witwer. Der Roman beginnt, als sich der Todestag seiner Frau zum ersten Mal jährt. Er ist ganz allein, obwohl er eine Tochter und einen Sohn hat. Aber beide sind schon nicht zur Beerdigung ihrer Mutter gekommen. Er trägt ihnen das nicht nach, sie werden bestimmt ihre Gründe gehabt haben, zudem lebt sein Sohn weit weg in Australien. Die Tochter allerdings kann ihn fast zu Fuß erreichen. - Ab und zu ruft sie ihn an, es sind jedoch irgendwie recht unpersönliche Gespräche. Arthur schiebt das darauf, dass seine Frau sich mehr um die Kinder gekümmert hatte, weil er ja wegen seiner Arbeit wenig Zeit dazu hatte.



Doch am heutigen Tag geht es ihm so richtig "dreckig" und er vermisst seine geliebte Frau Miriam unendlich. Da klingelt es an der Tür. Es ist seine Nachbarin Bernadette, die sich, seit er allein ist, ab und an um ihn kümmert und etwas zu essen vorbeibringt. Doch diesmal macht Arthur sich ganz klein, damit Bernadette ihn nicht durch Fenster oder Tür sehen kann. Wahrscheinlich wird sie wohl wieder etwas vor der Tür abstellen.

Was tun heute, soll er seine tägliche Routine unterbrechen? Ja! Er nimmt sich vor, die Sachen seiner Frau in Säcke zu packen und wegzugeben. Er begibt sich die Treppe hinauf ins Schlafzimmer, öffnet den Kleiderschrank und verpackt die Bekleidung seiner verstorbenen Frau. In einem Stiefel ist ein herzförmiges Schmuckkästchen. Es bereitet ihm keine Mühe, es mit einem kleinen Dietrich zu öffnen.
Er findet etwas, das so gar nicht zu seiner Miriam gepasst hat: ein Bettelarmband. Auf einem steht eine Telefonnummer in Indien, Arthur ruft an. - Damit beginnt für Arthur Pepper eine abenteuerliche Reise in die Vergangenheit seiner Frau, denn er wird weitersuchen, woher die anderen Anhänger stammen.

Phaedra Patrick hat ein wundervolles Buch geschrieben über Zwischenmenschlichkeiten, Liebe, Verzicht, Wundern und Staunen. Wir erleben mit, wie aus dem Eigenbrötler Arthur Pepper ein reiselustiger und mutiger Mensch wird, der sich auch mal traut, Fremde anzusprechen; bei  ihm nahe und näher stehenden Menschen geht er mehr aus sich heraus, bis er nicht mehr wiederzuerkennen ist. Eine solche Wandlung ist vielen Menschen zu wünschen.

Die Sprache des Romans ist sowohl bildhaft als auch sehr lebhaft, das Buch lässt sich sehr gut und flüssig lesen, man möchte es nicht aus der Hand legen.


Die Autorin kam auf die Idee, dieses Buch zu schreiben, als sie ihrem Sohn ihr Bettelarmband aus der Kindheit zeigte und die Geschichten der einzelnen Anhänger erzählte.

Der Roman erschien im Verlag btb im Februar 2018. Er wurde aus dem Englischen übersetzt von Beate und Ute Brammertz.

Jürgen Schmidt - Zwentibolds Rache

Die Kleinarbeit eines Privatdetektivs


Der Autohausbesitzer Bernd Bödecker feiert mit seiner Frau gemeinsam mit vielen Freunden den 10. Hochzeitstag. Ein Gast, ein bekannter Autor, benimmt sich unter Alkoholeinfluss dermaßen daneben, dass der Gastgeber ihm mit Nachdruck den Ausgang zeigen muß, schließlich hatte er bereits mehrere Damen belästigt. Unter lautem Protest zieht er von dannen. 

Am nächsten Tag findet man den Gastgeber schwer verletzt auf der Straße liegend - später erliegt er seinen Verletzungen. Die Polizei verdächtigt den Autor und dieser engagiert den Privatdetektiv Andreas Mücke, der mit seiner Partnerin Jessica Reinders, einer sehr guten Freundin der Bödeckers, ebenfalls an der Party teilgenommen hat.

Andreas nimmt den Auftrag an und wird fortan von der Familie gemieden, ja sogar gebeten, nicht an der Beerdigung teilzunehmen.

Es gibt im Laufe der Ermittlungen des Privatdetektivs immer mehr Verdächtige. Einer lügt mehr als der andere, wem kann man glauben? Und wer ist überhaupt Zwentibold?

Von den polizeilichen Ermittlungen erfährt der Leser kaum etwas, wohl vom Privatleben des Privatdetektivs, seinen zwei Kindern aus unterschiedlichen Ehen und natürlich von den Verdächtigen.

Der Kriminalfall, der kein Thriller ist, entwickelt sich gemächlich und man muss als Leser schon aufpassen, dass man alle Personen richtig nachverfolgt. Aber dann nimmt der Fall auch sehr schnell eine rasante Fahrt auf und bekommt ein Finale, mit dem keiner gerechnet hat.

Jürgen Schmidt hat eine flüssige Schreibe, man kann sich gut vorstellen, bei diesem Kriminalfall dabei gewesen zu sein.

Andreas Gruber - Die schwarze Dame

Wer jagt wen?


Privatdetektiv Hogarts Vater ist ein enger Vertrauter des Chefs einer Versicherungsgesellschaft. Als diese eine Außendienstmitarbeiterin, die zudem noch die Nichte des des Chefs ist, in Prag "verliert", wird Hogard eingeschaltet. 

Es geht um einen Versicherungsbetrug. Unersetzliche Bilder, die in einem Prager Museum untergebracht waren, sollen bei einem Feuer vernichtet worden sein.. Die vermisste Versicherungsdetektivin hatte bereits gemeldet, dass es sich allerdings um einen Betrug handele, die echten Bilder nicht verbrannt seien und sie auch die Beweise dafür habe. Aber jetzt fehlt jede Spur von ihr.

Trotz seiner Einwände, dass er keinerlei Ahnung von Kunst habe, erhält Hogard den Auftrag, sich nach Prag zu begeben und die Versicherungsdetektivin zu suchen. Es sei nicht seine Aufgabe, nach den Bildern oder dem Betrug zu forschen, die Versicherung wolle die Mitarbeiterin wiederfinden, diese habe ja alle Beweise.

Kaum in Prag angekommen, sticht er in ein Wespennest. Er sucht den Mann auf, der sich am meisten für Sammlerstücke interessiert, dieser , der "König von Prag" genannt, hat seine Finger jedoch überall drin und es kommt keiner in die Stadt, ohne dass er darüber informiert ist.
Bei diesem lernt Hogart eine Dame kennen, von der er jedoch seine Finger lassen soll, wie man ihm unmissverständlich und mit Körperkraft beim Verlassen des Grundstückes mitteilt. 

Nichtsdestotrotz lädt ihn eben diese Dame zum Essen ein. Er folgt dieser Einladung. Allerdings kommen die beiden nicht mehr zu ihrem gemeinsamen Essen, sondern stattdessen gerade eben mit dem Leben davon.  

Er erfährt von ihr, dass in Prag ein Serienmörder gesucht wird, der seine Opfer verstümmelt. Hängen beide Fälle, die vermisste Versicherungsdetektivin und der Serienmörder, zusammen? Gott sei Dank hat die Privatdetektivin Ivona Markowic, die Dame, die ihn eingeladen hat, gute Verbindungen zur Polizei wie zur Maffia (dem König von Prag). Auch ihr Bruder und dessen Freund helfen den beiden.

Andreas Gruber hat einen Thriller um den Privatdetektiv Peter Hogart geschrieben, der den Leser mit ermitteln lässt. Kaum meint man, die richtige Spur aufgenommen zu haben, läuft man jedoch wieder gegen eine Wand. Der Spannungsaufbau ist einmalig gut, kaum denke ich, gut - und jetzt, was kann man noch unternehmen, hat einer der Protagonisten die zündende Idee. 

Ich danke Andreas Gruber für diesen Thriller und freue mich auf die nächsten Romane, in denen "Peter Hogart ermittelt".

Leonie Swann - Dunkelsprung

Phantasie mit Neugier, Spannung und Schmunzel
Julius ist Goldschmied und ein großer Flohdompteur. Seine Flöhe verstehen ihn und machen alles freiwillig. In einer schlimmen Nacht überlebt er nur, weil eine Nixe ihn aus dem Wasser rettet, jedoch fordert sie etwas dafür. Er soll ihre gefangen gehaltene Schwester retten.


Er sucht Hilfe bei dem Privatdetektiv Green und ist selbst überrascht, dass dieser ihm wohl glaubt. Green bringt ihn zu seinem Therapeuten, der Julius hypnotisiert. Nun weiss er, wo er zu suchen anfangen muss. Aber es wird leichter - und schwerer. Denn nicht nur die Nixe, auch andere Wesen werden festgehalten. Einem von ihnen gelingt die Flucht und gemeinsam nehmen sie den Kampf auf. 

 Das Buch ist anfangs für mich persönlich recht verwirrend gesessen und ich wollte schon einige Seiten überschlagen oder es gar aus der Hand legen. Doch genau zum rechten Zeitpunkt hat es mich gefesselt. Neugier, Spannung und Schmunzeleinheiten sind im richtigen Maß verteilt. Es ist ein Buch, das ich dem Genre Fantasy zuordnen möchte.

Janette John - Kein Mord verjährt

Irgendjemand beißt sich immer fest


Es ist Fasnacht in Konstanz, genauer gesagt der Schmotzige Dunschtig, der Schmutzige Donnerstag (bei uns Altweiber), der das fröhliche Treiben eröffnet, das bis zum Rosenmontag dauern wird. Tausende Narren feiern mit Umzügen und anderem die fünfte Jahreszeit. Die Straßen werden unsicher gemacht, die Menschen freuen sich.

Das gilt jedoch nicht für alle. Die Kriminalbeamtin Nadine Andres schiebt Dienst. Als sie sich einen Kaffee ziehen will, sieht sie eine verhärmt aussehende Frau im Flur sitzen, die sie nicht kennt. Ein Kollege der KTU fordert sie auf, diese doch mal anzusprechen. Es stellt sich heraus, dass Frau Linda Wendel ihren Sohn vermisst. Er ist vor drei Jahren aus der gemeinsamen Wohnung spurlos verschwunden. Jetzt sitzt sie jeden Donnerstag bei der Polizei, um sich in Erinnerung zu bringen, auch wenn einige von Nadines Kollegen annehmen, sie sei wohl schon etwas verwirrt, was sie aber nicht ist.

Nadine spricht mit Frau Wendel und gräbt sich anschließend in die Tiefen ihres Computers ein, beginnend mit den Vermisstenfällen 2014.
Sie liest die gesamte Ermittlungakte, hat doch über das Wochenende genügend Zeit. Sie beginnt erneut noch mal mit den Ermittlungen. Unerwartete Hilfe bekommt sie von einem Ex-Kollegen, der sie in die Richtung einer vermissten Frau weist. Diese Frau ist allerdings bereits seit 2007 vermisst. Hängen diese Fälle zusammen, kommen noch weitere hinzu?

Jetzt muss sie erst mal abwarten, bis ihr gesamtes Team wieder im Dienst ist, das wird jetzt doch zu kompliziert. Neben ihren Kollegen helfen bei der Lösung der Vermisstenfälle auch zwei reizende alte Damen. 

Wie bei vielen Kriminalfällen ist die Abartigkeit des Mörders schlicht monströs, man kommt vom Schütteln in Grauen. Allein deswegen finde ich es immer wieder gut, dass die Kriminalisten nicht alleine arbeiten, sondern im Team. Gemeinsam lässt sich doch alles besser schultern.

Janette John hat ihren Kriminalroman, der kein Thriller ist, nachvollziehbar und schlüssig geschrieben. Die Sprache ist flüssig und man kann das Buch gut ohne große Pausen lesen. Neben der Hauptfigur Nadine, die wir die gesamte Zeit bis zur Auflösung begleiten, lässt sie auch einige Gedanken der anderen Protagonisten einspielen. Diesen Roman kann man sicherlich gut verfilmen.

Janette John ist eine verlagsunabhängige Autorin, die sich auch selbst um das Marketing ihrer Bücher kümmert. Ich wünsche ihr weiterhin viel Erfolg.

Catharina Junk - Bis zum Himmel und zurück

Gefühle sind nicht erlaubt


Das Cover des Buches passt absolut zum Titel, es ist wunderschön und regt dazu an, das Buch in die Hand zu nehmen

Katja ist Drehbuchautorin. Sie wurde in einer sehr liebevollen Familie großgezogen, bis - ja bis etwas ganz Schlimmes passierte, wofür sie sich auch als Erwachsene noch die Schuld gibt. Die Familie zerbrach. Auch hierfür gibt sie sich die Schuld.
Bei dieser Vergangenheit staunt man, dass sie es so weit gebracht hat.


Aber mit Hilfe ihrer bestene Freundin Alexa gelingt es ihr, aktuelle Probleme zu lösen, denn diese haben ja nichts mit ihr und ihrem Leben zu tun. Als sich plötzlich ihre Mutter bei ihr meldet und eine 12-jährige Halbschwester vor der Wohnungstür steht, ist sie total überfordert. Muss sie sich jetzt ihrer Vergangenheit stellen, obwohl sie das nicht möchte?

Die Autorin schreibt sehr flüssig in der Ich-Form, ab und an in der Vergangenheit, aber das stört nicht, im Gegenteil, das klärt uns Leser auf und lässt uns mit Katja fühlen.


Ich habe selten ein Buch gelesen wie das von Catharina Junk. Sie schreibt, wie sie denkt - zumindest nehme ich das an. Man kann sich voll und ganz in sie hineindenken. Es gibt viele Stellen im Buch, bei denen ich schon wegen der Formulierungen laut lachen musste. Allerdings lässt das Buch auch nichts an Tiefe vermissen, dafür ist das Thema zu ernst.

Catharina Junk - ein Name, den man sich merken sollte!


Das Buch erschien im März 2018 bei Kindler/Rowohlt (https://www.rowohlt.de/)

Håkan Nesser - Der Fall Kallmann


Tiefgründig auf dem Weg zur Wahrheit


Leon hat seine Frau und seine Tochter bei einem Fährunglück verloren. Seine Bekannte Ludmilla schlägt ihm vor, in K. eine freigewordene Lehrerstelle für Schwedisch zu übernehmen. So zieht er sieben Monate nach dem Verschwinden seiner Familie dorthin und beginnt seine neue Anstellung in der Bergtunaschule - was soll er auch sonst machen, um aus der tiefen Trauer heraus zu kommen?

Ludmilla ist eine alte Bekannte von Leon und an der Bergtunaschule als Beratungslehrerin tätig. Bei uns sagt man dazu wohl eher Vertrauenslehrerin oder "sozialer Dienst". Sie ist sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer zuständig. Eigentlich hatte sie ihren Vorschlag, dass Leon nach K. kommen solle, gar nicht so ernst gemeint, aber er hatte ihr halt so leidgetan.

Ein weiterer Lehrer, Igor (Mathematik und Naturwissenschaften), hatte wohl als einziger der Kollegen Kontakt mit Leons Vorgänger, mit dem beliebten Schwedischlehrer Kallmann.

Kallmann wurde im Deutschen Haus tot aufgefunden. Niemand weiß, ob es ein Unfall, Selbstmord oder Mord war. Die Polizei hat wohl die Ermittlungen eingestellt.

Ein Schüler, Charlie, hatte engeren Kontakt zu ihm. Zwei weitere Schüler bilden eine "Privatdetektei", um Licht ins Dunkel zu bringen. Das gleiche machen Leon, Ludmilla und Igor, nachdem Leon einen Stapel Tagebücher gefunden hat. - Kallmann behauptet darin, in den Augen anderer sehen zu können, ob diese Mörder sind. Hat er einen Mörder entlarvt, der ihn daraufhin ermordet hat?

Leseprobe u.a.
Håkan Nesser schreibt in seiner bekannt subtilen Weise einen Roman, der immer mehr Fahrt aufnimmt und spannender wird. Wenn man glaubt, JETZT kommt die Lösung, wird man jedoch wieder enttäuscht. Der Roman beginnt im Sommer 1995 und endet nach einer langen Pause mit einer überraschenden Lösung im Frühjahr 2015.

Die Kapitel sind zeitgleich nach den einzelnen Protagonisten getrennt und in dort der Ich-Form geschrieben.

Zusammenfassend ist zu sagen, es ist immer wieder schön, einen so stimmigen Roman von dem hochdekorierten Schriftsteller zu lesen. 

Das Buchcover lädt zum Lesen ein; der Roman erschien bei btb  in der Verlagsgruppe Randomhouse, ISBN 9783442757282


Anna Neunsiegel - Feuergott und Sternenlicht



Märchen-haft

Anna Neunsiegels schreibt in ihrer Kurzgeschichte über den Sonnengott und den Feuergott. Es ist wie eine Sage aufgebaut. Ich kann mir gut vorstellen, dass man es größeren Kindern auch vorlesen kann,im Gegensatz zu Grimms Märchen.

Der Feuergott wird auf die Welt der Menschen verbannt, damit er lernt, seine Kräfte zu schätzen. In der Menschenwelt muss er deshalb ohne diese Kräfte auskommen. Es kommt, wie es kommen muss, er verliebt sich. Doch sein Vater stellt ihn vor eine schwere Wahl.

Im eBook ist eine weitere Folge enthalten "Der Barde mit den Flammenhänden". Auch dieser stammt von den Göttern ab und die Geschichte ist so märchenhaft, dass mir der Barde leidtat.

Die Autorin bedient sich einer be- und verzaubernden Sprache. Irgendwie fieberte ich immer mit. Sie ist die geborene Märchenschreiberin.

Sie hilft uns Lesern - hoffentlich - , bessere Menschen zu werden und nicht so eigennützig zu sein.

Im Web finden wir sie auf ihrer Seite: 

https://neunsiegel.jimdo.com/

Jules Melony - Was bleibt, sind Schatten


Tolles Debüt

Das Cover zu diesem Buch ist nicht unbedingt so meines, aber das ist ja Geschmackssache. Gerade deshalb bin ich froh, an der Leserunde von LovelyBooks teilgenommen zu haben, weil ich das Buch aufgrund des Covers wohl gar nicht in die Hand genommen hätte.

Jules Melony schreibt in diesem Erstlingsroman über zwei Polizistinnen, die einen klaren Auftrag bekommen: einen Drogendealer zu beschatten und damit zum Zugriff zu verhelfen. Sie hätten sich damit so toll bei ihrem Chef empfehlen können.

Aber die beiden schnuckeligen Männer, die wohl zu dem Drogendealer gehören, bringen sie auch auf andere Gedanken, so dass Skye in einem entscheidenden Moment unaufmerksam wird und sich von einem von ihnen retten lassen und mit ihm  fliehen muss.

Die Autorin schreibt sehr realistisch, man versetzt sich sofort in Skye und erlebt alles mit. Aber auch in den Verbrecher Nate kann man sich immer mehr hineinversetzen. Atemlos erlebt man jede Situation mit den beiden mit.

Jules Melony hat es geschafft, Crime und Romantik unter einen Hut zu bringen. Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben.

Ich wünsche ihr einen Riesenerfolg mit diesem Buch und viel Glück mit dem zweiten Teil.

Das Buch ist am 01. März 2018  im Amrun Verlag veröffentlicht worden.

Rita Falk - Winterkartoffelknödel

EEin uriger Typ, dieser Eberhofer



Rita Falk beschreibt hier einen urigen Polizisten, der in seinem Heimatdorf gleich mehrere Morde aufklären muss. Natürlich sehen mehrere wichtige Männer, wie der Bürgermeister von Niederkaltenkirchen und der Richter Moratschek diese Morde erst mal gar nicht als solche, sondern als Unglücksfälle. 

Doch Eberhofer, der hierher strafversetzt wurde, weil seine Waffe oft zu locker sitzt, ermittelt trotzdem. Unterstützt wird er von seinem Freund und ehemaligen Kollegen Birkenberger, der jetzt als Privatdetektiv tätig ist.
Doch Eberhofer, der hierher strafversetzt wurde, weil seine Waffe oft zu locker stzt, ermittelt trotzdem. Unterstützt wird er Eberhofer wohnt auf dem familiären Hof im Saustall, näheres im Buch. Ich glaube nicht, dass er da jemals wegzieht, denn er wird von seiner stocktauben Oma nach Strich und Faden verwöhnt. Insbesonderere das Essen seiner Oma beschreibt er so gut, dass ich mich mit an den Tisch setzen möchte. 

Die Sprache des Eberhofer, das Buch ist in der Ich-Form geschrieben, ist nicht die meine, doch ich sehe ihn vor mir und höre ihn. Ich musste häufig lache
Rita Falk hat Rezepte im Anhang aufgeführt, die Franz Eberhofers Oma aufgeschrieben hat. 

Die Autorin ist Ehefrau eines Polizeibeamten.

Benjamin Cors - Strandgut


Mord in der Normandie


Benjamin Cors hat so eine besondere Note, seinen Roman immer wieder spannend zu halten. Häufiger zu Beginn manches Kapitels nimmt er dessen grob umschriebenes Ende vorweg, und macht damit uns Leser neugierig.

Nicolas ist als Personenschützer eines Politikers angestellt, als ihm in Cannes ein grober Schnitzer passiert. Daraufhin wird er von seinem Chef nach seinem Heimatort Deauville abgeordnet, um die dortige Polizei zu beraten. Im Casino in Deauville wird in wenigen Tagen der Gipfel stattfinden. Nicolas ist dort lediglich als Berater tätig und darf nicht eingreifen.

Da überschlagen sich die Ereignisse, die wahrscheinlich nichts mit dem Gipfel zu tun haben. Eine abgehackte Hand wird angeschwemmt. Ein alter Fotograf verschwindet vom Trawler seines Freundes, er ist wohl über Bord gegangen. Nicht zuletzt verschwindet ein Gast aus dem Hotel, in dem Nicolas' Mutter eine Boutique betreibt.

Nicolas wohnt über der Wohnung des vermissten Fotografen. Er findet in seinem persönlichen Briefkasten ein Bild mit einer Drohung, ähnliche landen bei der Polizei. Ist der Gipfel in Gefahr?

Abgesehen von einem seit drei Jahren andauernden persönlichen Trauma, ist Nicolas hilflos. Die Polizei von Deauville möchte seine Beratung nicht, sie möchte auch die neue Praktikantin nicht gerade jetzt beschäftigen. So sind sie froh, dass sich die beiden zusammentun.

Die Handlung wird immer spannender, man hat gar nicht damit rechnen können.

Benjamin Cors hat einen für den Leser atemlosen Roman geschrieben.

Ich empfehle diesen Roman sehr. Er ist der erste einer neuen Reihe mit dem Personenschützer Nicolas

Es wurde herausgegeben bei dtv, ISBN 978-3-423-21716-3

"Benjamin Cors ist politischer Fernsehjournalist und hat viele Jahre für die ARD Tagesschau, die ARD Tagesthemen und den Weltspiegel berichtet. Heute arbeitet er als landespolitischer Korrespondent für den SWR. Er ist Deutsch-Franzose und hat die Sommer seiner Kindheit in der Normandie verbracht. 2016 erhielt er den Friedrich-Glauser-Preis (Debüt-Krimi-Roman)" (dtv)

Wendy Walker - Kalte Seele, dunkles Herz


Erschütternder Schrei


Cassandra ist wieder da. Nach drei Jahren. Vor drei Jahren verschwand die 15-jährige mit ihrer 2 Jahre älteren Schwester spurlos, das FBI konnte trotz aller Bemühungen keine Spur von ihnen finden. Doch jetzt steht sie vor der Tür ihrer Mutter, die sie nicht wiedererkennt. Cass schreit nur: "Ihr müsst Emma finden!"

Überhaupt geht es hier um den großen Schrei, in ihr, in ihrer Schwester, in der Psychologin des FBI.

Sie wird natürlich befragt und legt großen Wert darauf, dass ihre Mutter bei allen Befragungen dabei ist.  Ihre Mutter glaubt den Schilderungen nicht und nimmt an, sie sei geistig gestört. Doch es ist alles zu genau beschrieben, das Ehepaar, von dem sie festgehalten wurden, die Insel, das Boot. Auch die Schwangerschaft und die Entbindung Ihrer Schwester. Sie Mädchen müssen unendlich gelitten haben.

Und immer wieder schreit sie: "findet Emma!"

Die Psychologin des FBI hatte vor drei Jahren schon eine gewisse Ahnung, die sich immer mehr verstärkt.

Doch Cass geht es nicht schnell genug, sie gibt den Leuten vom FBI Tipps, irgendjemand muss doch was gemerkt haben. Sie verzweifelt. Das FBI muss doch Emma suchen!!!  Sie lügt nicht, aber irgendetwas scheint sie zu verschweigen.

Das Buch ist aus Cassandras Sicht und aus Sicht der Psychologin in der Ich-Form geschrieben, es ist eindringlich und ich habe mit Cass gelitten. Es ist ganz schlimm, dass es sowas geben kann.

Wendy Walker hat ein ungemein spannendes Buch geschrieben

Gott sei Dank habe ich das Nachwort gelesen, also den "Dank" von Wendy Walker.

Dieses Buch kann ich absolut empfehlen.

Helen Fields - Die perfekte Gefährtin


Einfach nur furios


Helen Fields Debütroman "DIE PERFEKTE GEFÄHRTIN" lässt uns hoffen, dass sie weitere Bücher schreiben wird. Immerhin soll dieser Thriller der Auftakt einer Krimireihe sein. Selten habe ich so einen immer spannender werdenden Thriller gelesen. Als ich das Buch aus der Hand legte, kam von mir ein lang anhaltendes "puh"!

Der Roman spielt in Edinburgh, Schottland. Der Protagonist, DI Luc Callanach wuchs in Frankreich auf und arbeitete bei Interpol. Nun ist er als neuer DI nach Schottland gekommen, wo er geboren wurde. Seine Mitarbeiter machen ihm den Start nicht gerade einfach, bis auf seine Kollegin, DI Ava Turner.

In Edinburgh werden ausgesetzte Babys auf Parkbänken gefunden, die meisten tot. DI Ava Turner bearbeitet diesen Fall.

DI Luc Callanach kümmert sich mit seinem Team um einen Vermisstenfall, der immer verzwickter  wird, als noch eine weitere Person vermisst wird - mit gleichen Vorzeichen.

Zeitgleich begleiten wir Leser von Anfang an den Täter, der auf perfide Art und Weise und äußerst brutal mit seinen Entführungsopfern umgeht. Selbst vor Morden macht er keinen Halt.

Helen Fields versteht es, uns mit den Opfern bangen und uns ihre Schmerzen spüren zu lassen.

Dieses Buch sollten Sie unbedingt lesen, wenn sie immer weiter steigende Spannung lieben.

Das Cover des Buches - Titel und ein Schmetterling auf schwarzem Grund, regt auf jeden Fall dazu an, das Buch in die Hand zu nehmen, wenn nicht sogar, es zu kaufen. Wer noch schwankt, wird durch den Klappentext zur Entscheidung gedrängt:

WIE WEIT WIRD ER GEHEN, UM DIE PERFEKTE FRAU ZU FINDEN? ... In der Nähe von Edinburgh werden in einer abgebrannten Waldhütte die Überreste einer Frauenleiche gefunden. Nur wenige Gewebespuren führen zu dem Schluss, dass es sich bei der Toten um die vor Tagen verschwundene Anwältin Elaine Buxton handelt. Detective Luc Callanach, der gerade erst seinen Dienst bei der Police Scotland angetreten hat, leitet die Ermittlungen. Doch er ahnt nicht, dass die echte Elaine Buxton noch lebt und in einem Keller gefangen gehalten wird - von einem Mann, der nur einen Wunsch hat: die Frau zu finden, die er in seine perfekte Gefährtin verwandeln kann. Wird Callanach das Rätsel lösen, bevor der Täter die Geduld mit seinem Opfer verliert?

Yrsa Sigurðadsdóttir - D N A


Erbarmungslos und hinterlistig

Ein Mörder, der erbarmungslos mit seinen Opfern umgeht, läuft frei herum. Er überrascht sie in ihren eigenen vier Wänden und geht bestialisch vor.

Kommissar Huldar bekommt diesen Fall als verantwortlicher Leiter zugewiesen, sein erster Fall. Bisher hat er unter anderen Verantwortlichen gearbeitet. Aber dass er jetzt an diesem Fall arbeitet, ist nicht unbedingt sein Verdienst, eher eine Notlösung.

Im ersten Mordfall gibt es eine Zeugin. Ein kleines Mädchen. Doch dieses möchte nicht sprechen. Da sie sich gut versteckt hat, gehen die Beamten und die zuständige Psychologin davon aus, dass der Täter nichts von ihrer Existenz weiß.

Hinzu kommt, dass es Probleme privater Natur zwischen Huldar und der Psychologin Freyja gibt. Sie haben sich unter anderen Umständen kennengelernt, jedoch hat der Kommissar seinen Beruf verheimlicht.  Aber sie sind beide erfahren  genug, diese Probleme außen vor zu lassen.

Warum will das Kind nicht zu Hause bei seinem Vater sein und geht lieber ins Kinderhaus, das mit dem Jugendamt zusammen arbeitet. Wer ist der schwarze Mann? Fragen über Fragen.


Mit der Weiterentwicklung des Falls und den Abgründen, die sich auftun, hat jedenfalls niemand gerechnet. Man kommt dem Täter, wenn überhaupt, erst sehr spät auf die Spur.

Dies ist der erste Fall der beiden, ich freue mich auf weitere.

Die Autorin hat den Spannungsbogen nicht einmal gelockert, deswegen konnte ich das Buch auch nicht aus der Hand legen. Der Roman ist stimmig und ein toller spannender Krimi.

Das Cover macht neugierig, wenn man das Buch liest, weiß man auch, was es darstellt und warum es so gut aussieht. Auf jeden Fall regt es (mich) zum Kauf an.

Yrsa Sigurðarsdóttir schreibt sehr abwechslungsreich, ihre Protagonisten sind sehr gut dargestellt, man kann sich auch prima in sie hineinversetzen. Das Buch weist keine überflüssigen Längen auf. 

Sie ist eine preisgekrönte isländische Spannungsautorin und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Reykjavik.

Susan Hatler - Wahrheit oder Date


Beschwingt und aus leichter Feder


Schon lange habe ich nicht mehr einen so leichten und heiteren Liebesroman gelesen, wie den, den uns Susan Hatler hier mit "Wahrheit oder Date" nahelegt.

Gina, gerade getrennt von ihrem langjährigen Freund, von dem sie offensichtlich nicht wusste, dass er keine Familie gründen möchte, sucht jetzt den entsprechenden Mann, der sich seine Zukunft ähnlich wie sie vorstellen kann. Ihre Freundinnen und Bekannten, mit denen sie gemeinsam als Brautjungfern zu einer Hochzeit gehen wird, sind dann auch nicht um Ratschläge mit den entsprechenden Männern verlegen.

Sie spielt für ihr Leben gerne das Spiel Wahrheit oder Pflicht, also entweder eine Frage wahrheitsgemäß beantworten oder eine Pflicht erfüllen. Sie selbst nimmt grundsätzlich die Pflicht, weil sie nichts von sich preisgeben will. Doch genau dieses Spiel bringt sie bei dem Mann in die Bredouille, der in ihrem Bauch die Schmetterlinge fliegen lässt, den sie jedoch als Casanova erster Güte einstuft.

Dieses Buch ist so herzerfrischend schön, ganz gleich, ob das Ende vorhersehbar ist.

Es ist eine wunderbare Lektüre für schöne Ferientage oder für die Zeit, die man sich mal so für sich nimmt. Susan Hatler hat einen kurzweiligen Roman mit Esprit und Romantik geschaffen und ich kann ihn sehr empfehlen.

Jeannette Walls - Schloss aus Glas


Erschütternd


Jeannette Walls schreibt in diesem autobiografischen Roman über ihr armseliges Aufwachsen.

Ihre Eltern sind beide intelligente Menschen, ihre Mutter ist Künstlerin und ausgebildete Lehrerin, ihr Vater hat Gelegenheitsjobs und lebt seine Träume, wie etwas zu erfinden. Die Jobs verliert er schnell, weil er aufbrausend ist und gerne trinkt.

Aber die Eltern haben sich nun mal zu diesem "freien Leben" entschlossen, wettern gegen das Establishment und der Vater erklärt in seinen lichten Momenten die Welt. Die Kinder bekommen Weihnachtsgeschenke, die andere Kinder niemals erhalten können.

Weil sie und ihre drei Geschwister wegen der vielen Umzüge in immer schlechtere Bruchbuden nicht regelmäßig zur Schule können, werden sie in der Zwischenzeit daheim unterrichtet. Als Jeannette eingeschult wird, kann sie bereits lesen.


Sie ist ein glückliches und kluges Kind, setzt sich in der Schule gegen die Anfeindungen anderer Kinder mit Hilfe ihres kleineren Bruders durch und ihr Vater verspricht, ihr ein Schloss aus Glas zu bauen.

Es ist erschütternd, mitzuerleben, dass es der Mutter egal ist, ob ihre Kinder etwas zu essen bekommen, umso schlimmer, dass sie den Kindern heimlich Schokolade vorenthält, die sie dann isst. Die Kinder wühlen heimlich die Mülleimer durch, wenn niemand zuschauen kann.

Eigennützig leben die Eltern, haben nur kluge Sprüche auf Lager, wenn z.B. kein Wasser da ist oder die Treppe einbricht, und je älter die Kinder werden, umso klarer sehen sie ihre Zukunft, die sie dann auch umzusetzen versuchen.

Mich haben die Aufzeichnungen von Jeannette Walls an früher erinnert, als in der Umgebung Familien untergebracht waren mit Kindern, die schmutzig waren und mit hungrigen Augen uns anderen Kindern hinterhergesehen haben. Ich habe mir viel zu wenig Gedanken darüber gemacht. "Das sind Zigeuner, die sind dreckig, mit denen dürft ihr nicht spielen", so und anders hieß es, als seien diese Menschen mit einer ansteckenden Krankheit infiziert.

Dieses Buch hat mich erschüttert zurückgelassen, ich werde sicher noch länger daran denken und meine Augen offen halten.

Bianca Nias - Der Date-Manager


 Liebesroman mit Wirrungen


Bianca Nias schreibt in ihrem Roman "Der Date-Manager" über Joss, der sich nach seinem Eventmanaging-Studium selbständig gemacht hat. Er gründete eine Date-Managing-Agentur speziell für schwule Männer. Das tolle an seinem Eventmanaging ist, dass die Dates ganz durchgeplant sind vom ersten Zusammentreffen über eine gemeinsame Unternehmung und dann anschließendem Essen. Der Date-Manager gibt seinem Unternehmen eine Überschrift: "alles kann, nichts muss". Dies ist meines Erachtens eine tolle Idee, nicht zu vergleichen mit irgendwelchen Escort-Services.


Dann kommt ein neuer Kunde hinzu, von dem sich Joss verspricht, dass er ein toller Multiplikator wird. Dion, leitender Wirtschaftsprüfer und beim ersten Vorabgespräch gleich voll und ganz verschlossen. Na, das muss ja schief gehen. Er sucht ihm einen guten Partner aus und das Treffen beginnt in der Oper. Was Joss nicht wusste: es war eine ganz moderne und gewagt Inszenierung. Joss versucht noch, alles zu retten, doch er kommt zu spät. Dions Date ist geplatzt und nun muss gezwungenermaßen den Restabend mit ihm verbringen, der wider Erwarten sehr interessant wird.


Man kann sich vorstellen, dass diese beiden starken Charaktere sich nach kurzer Zeit angezogen fühlen. Intellektuell passen sie sehr gut zusammen und vom Alter und Aussehen auch.


Die Protagonisten hat Bianca Nias sehr gut dargestellt, ich kann mich gut hineindenken.

Allerdings hat sich so einiges wiederholt, aber das ist ja tatsächlich bei Frischverliebten so, kaum sieht man sich, möchte man mit dem anderen zusammen sein und sei es nur kurz.


Es war mein erstes Buch von Bianca Nias und auch mein erster Gay-Roman. Das Cover passt gut zum Inhalt. Rundherum gut und empfehlenswert.

Linne van Sythen - Wenn du mich endlich liebst

Beängstigend wird der Kreis immer enger


Liebe ist das schönste auf der Welt. Heißt es. Stimmt auch. Doch mit ihr ist es wie mit der Freundschaft, die Stärke zeigt sich in der Not.

Anna ist eine Frau Anfang 30 als ihr Sohn am plötzlichen Kindstod  stirbt. Hinzu kommt, sie gibt ihrem Mann, der sich in der Wohnung aufhielt, die Schuld. Aus diesem Grund verheimlicht sie ihm, dass sie mit einer Tochter schwanger ist.

Gott sei Dank ist da noch der gute Freund Bardo, der sich schon wie bisher um den Sohn, so auch jetzt um sie und die Tochter kümmert. Anna nutzt dies auch redlich aus, ohne zu bemerken, wie sehr Bardo sie liebt. Er hätte sich nie in ihre Ehe gemischt und macht auch jetzt ihren Exmann nicht schlecht, doch er kämpft, er kämpft mit allen  Mitteln.

Als es zu Annas 35. Geburtstag zu einem One-Night-Stand kommt, fühlt er sich am Ziel seiner Wünsche.

Er bedrängt Anna immer mehr, bis sie heimlich aus Duisburg weg in die Provinz zieht.

Der Klappentext zeigt uns noch, dass Bardo Anna nach Jahren wieder findet, sie beobachtet und als Thomas per Internet ihr Schreibfreund wird. - Mehr möchte ich vom vom Inhalt nicht verraten.

Linne van Sythen geht auf die Problematik des Stalkens ein, wobei ich allerdings Anna nicht verstanden habe, die trotz allem fast immer gerne die Hilfe von Bardo in Anspruch nahm. Ein Wunder, dass dieser sich neben seiner nicht erwiderten Liebe nicht ausgenutzt vorkam.

Anna vermisst in der Provinz auch den guten Gesprächspartner (Bardo), den sie in ihrem neuen, eifersüchtigen Freund leider nicht finden kann.

Die Autorin nimmt Stalking zum Hauptthema dieses Buches. Aber ist das tatsächlich so? Ich bin mir da nicht so sicher. Anna vermisst Bardo immer wieder mal, nicht nur zum Herzausschütten war er ihr doch immer gut genug.

Das Buch geht über 17 Jahre in drei Kapiteln, die jeweils in Abschnitte unterteilt sind. Berichtet wird aus Bardos und Annas Sicht in der 3. Person. Es ist meist flüssig geschrieben, manchmal etwas zähflüssig, die Handlung wiederholt sich ab und an, was bei dieser Problematik schlüssig ist. Die Dramaturgie dieses Buches ist gut herausgearbeitet, man kann sich gut in beide Protagonisten hineindenken, ja manchmal möchte ich den einen oder die andere schütteln.

Der Roman fesselte mich. Er ist absolut lesenswert.

Anna Neunsiegel - Schneerosen Märchen

Ein Märchen für Jung und Alt Haben Sie einen dichten Wald in der Nähe? Dann stellen Sie sich vor, Sie verirren sich darin. Sie wissen gar...